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Verwaltung und Politik in Italien
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Nach der Verfassung von 1948 ist Italien eine parlamentarisch-demokratische Republik. Obwohl die zeitweise instabile Politik seither mehr als 50 verschiedene Regierungen hervorgebracht hat, wird die Ordnung durch eine fest verankerte, die gewählten Amtsträger stützende Bürokratie aufrechterhalten.

Die Exekutive in Italien und Legislative

Staatsoberhaupt Italiens ist der Präsident; er wird vom Parlament und jeweils drei Vertretern der 20 Regionalversammlungen für eine Amtsperiode von sieben Jahren gewählt. Das Aostatal entsendet nur einen Vertreter. Der Präsident – er muss mindestens 50 Jahre alt sein – ist gewählt, wenn er eine Zweidrittelmehrheit erhält. Er hat, abgesehen von den letzten sechs Monaten seiner Amtszeit, jederzeit das Recht, den Senat und das Abgeordnetenhaus aufzulösen. In der Regel hat er wenig mit den laufenden Regierungsgeschäften zu tun, sondern beschränkt sich überwiegend auf repräsentative Aufgaben. Die Exekutive wird vornehmlich vom Ministerpräsidenten ausgeübt, der vom Präsidenten ernannt wird. Der Ministerpräsident ist in der Regel der Führer der stärksten Partei im Abgeordnetenhaus.

Judikative

Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament. Es setzt sich aus dem Abgeordnetenhaus und dem Senat zusammen. Beide werden vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Bis 1993 gab es ein Verhältniswahlsystem; infolge von Korruptionsskandalen Anfang der neunziger Jahre stimmten jedoch die Wähler 1993 für die Einführung eines direkteren Wahlsystems. In der Folge wurden, beginnend bei den Wahlen im März 1994, jeweils drei Viertel der 630 Sitze des Abgeordnetenhauses und der 325 Sitze im Senat durch Mehrheitswahl bestimmt. Die verbliebenen 25 Prozent der Mandate werden weiterhin von den Parteichefs entsprechend dem Stimmenanteil der Partei bestimmt.

2005 wurde wieder ein Verhältniswahlsystem eingeführt, das jedoch im Abgeordnetenhaus dem stärksten Parteienbündnis automatisch mindestens 55 Prozent der Sitze, also die absolute Mehrheit garantiert. Eine ausgewählte Gruppe aus Ehrenbürgern und ehemaligen Präsidenten ist im Senat Mitglied auf Lebenszeit. Für die Wahl eines Senators sind alle Bürger ab 25 Jahren berechtigt, für alle anderen Wahlen alle Bürger ab 18 Jahren.

Die italienische Rechtsprechung basiert auf römischen Traditionen und dem französischen Code civil. Der Verfassungsgerichtshof (Corte Constituzionale) überwacht die Einhaltung der Verfassung. Er besteht aus 15 Richtern; fünf von diesen werden vom Präsidenten der Republik

Exekutive in Italien
ernannt, fünf von Senat und Abgeordnetenhaus gemeinsam und fünf vom Obersten Gerichtshof. Der Oberste Kassationsgerichtshof (Corte Supreme di Cassazione) ist das oberste Berufungsgericht und für alle nicht die Verfassung betreffenden Fälle zuständig. Darunter sind für die Strafgerichtsbarkeit Bezirksgerichte, Tribunale und Berufungsgerichte eingerichtet.
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