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Die Kultur, die Museen und die Kunst in der Türkei
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Das von Atatürk eingeführte und von seinen Nachfolgern ausgebaute moderne Schulsystem ist an europäischen Vorbildern orientiert.

In der Zeit der Gründung der Republik waren über 90 Prozent der Bevölkerung Analphabeten. Atatürk leitete ein umfassendes Bildungsprogramm ein, und in der ersten Verfassung wurde eine allgemeine Schulpflicht für die Grundschule und der gebührenfreie Besuch aller staatlichen Schulen verankert. Es besteht allgemeine Schulpflicht für die Dauer von 9 Jahren (2002–2003). Durch die systematische Förderung des Bildungswesens konnte der Alphabetisierungsgrad auf 87,6 Prozent angehoben werden (2005). In einigen ländlichen Gebieten ist die Ausstattung mit Bildungseinrichtungen noch gering.

Der Zugang zu den Universitäten der Türkei ist einem strengen Auswahlverfahren unterworfen. Zu den wichtigsten Hochschuleinrichtungen gehören die Universität Istanbul (1453 gegründet), die Universität der Ägäis (1955) in Izmir, die Universität Ankara (1946) und die Technische Universität des Nahen Ostens (1956) in Ankara.

Zu den staatlich geleiteten kulturellen Institutionen der Türkei gehören die beiden Opernhäuser in Istanbul und Ankara, die Kunstakademie in Istanbul, drei Musikkonservatorien sowie eine Volkstanztruppe. In Istanbul, Edirne, Bursa und in anderen Städten gibt es christliche Kirchen, die zu Moscheen umgebaut wurden, sowie von dem berühmten türkischen Architekten Sinan erbaute Moscheen. Der Sultanspalast Topkapı Sarayı ist heute ein Museum, das die kaiserlichen Schätze und die Reliquien des Propheten Mohammed beherbergt.

Das Museum für anatolische Zivilisation in Ankara verfügt u. a. über Exponate aus der Zeit der Hethiter und Phryger. Zu den größten Bibliotheken der Türkei gehören die Nationalbibliothek in Ankara und die Bayazit-Staatsbibliothek in Istanbul.

In der Türkei fand ein allmählicher Übergang von den islamischen Kunsttraditionen des Osmanischen Reiches (siehe islamische Kunst und Architektur) zu einer an westlichen Vorbildern orientierten Kunst statt. Inzwischen suchen immer mehr Künstler neuerlich nach Ausdrucksformen einer spezifisch türkischen Kunst. Die älteste türkische Poesie lebt in der Volksdichtung der Kirgisen fort; ihr Heldenepos Manas wurde mündlich überliefert.

Mosaik von der Türkei
Mosaik von der Türkei. Bild E. Buchot
Die ersten mystischen Dichtungen stammen von Yunus Emre und anderen Schriftstellern des 14. Jahrhunderts und führten zur Hof- und Gelehrtendichtung oder Diwan-Dichtung. Volkstümlichere Dichtkunst wurde von Minstrels gesungen; diese Tradition hat noch heute Bestand. Kemal Tahir zählt ebenso zu den bedeutendsten modernen Romanautoren der Türkei wie Yaşar Kemal; zu seinen Werken gehören Ince Memed (1955, Memed, mein Falke), der preisgekrönte Roman eines modernen Robin Hood, der dem Autor zu seinem internationalen Ruf verhalf, Teneke (1955, Anatolischer Reis) und Bin Boğalar Efsanesi (1971, Das Lied der Tausend Stiere), eine Geschichte, die Mythos und realen Untergang eines Nomadenstammes verbindet. Auch im Ausland bekannt ist Nazım Hikmet, ein Marxist, der seine Gedichte in derbem umgangssprachlichem Türkisch schrieb und freie Verse in die türkische Literatur einführte. "Turkei," Microsoft® Encarta
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