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Die gerichtliche und lokale Macht der Türkei
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Das türkische Rechtswesen wurde 1923 nach italienischem (Strafrecht) und nach schweizerischem Vorbild (Privatrecht) gestaltet. Nach der Verfassung von 1982 entscheidet das Verfassungsgericht über die Verfassungsmäßigkeit der vom Parlament verabschiedeten Gesetze. Das Kassationsgericht ist die letzte Berufungsinstanz. Daneben gibt es eine große Zahl nachgeordneter Zivil- und Militärgerichtshöfe.

Die Türkei ist in 79 Provinzen (İl) untergliedert, an deren Spitze ein Gouverneur (Vali) als Regierungsvertreter steht. Die Provinzen sind in Bezirke (İlçe) und Gemeinden (Bucak) unterteilt. Den Bezirken kommt nur geringe politische Bedeutung zu. Die Gemeinden können Gemeindesteuern erheben und verfügen über weitere Vollmachten auf lokaler Ebene.

Nach dem Staatsstreich von 1980 wurden sämtliche politischen Parteien aufgelöst, zahlreiche Politiker und Parteiführer wurden für zehn Jahre von der Übernahme politischer Ämter ausgeschlossen. 1983 wurde wieder eine zivile Regierung eingesetzt. Aus den Parlamentswahlen von 1999 gingen als wichtigste politische Parteien hervor: die Demokratische Partei der Linken (DSP; Demokratik Sol Partisi), die Partei der nationalen Bewegung (MHP; Milliyetçi Hareket Partisi), die Tugendpartei (FP; Fazilet Partisi) als Nachfolgepartei der 1998 verbotenen islamistischen Wohlfahrtspartei (RP; Refah Partisi), die Mutterlandspartei (ANAP; Anavatan Partisi), die Partei des Rechten Weges (DYP; Doğru Yol Partisi).

Die ehemals starke sozialdemokratische Republikanische Volkspartei (CHP; Cumhuriyet Halk Partisi) war im Parlament nicht mehr vertreten. Die Partya Karkeren Kurdistan (PKK; Arbeiterpartei Kurdistans) ist verboten und spielt folglich im Parlament keine Rolle. Im Juni 2001 verbot das türkische Verfassungsgericht auch die Tugendpartei als gegen den säkularen Charakter des Staates gerichtet; Politiker dieser Partei gründeten wenige Wochen später die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP). Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom 3. November 2002 schafften aufgrund der Zehnprozentklausel nur zwei Parteien den Einzug ins Parlament: die AKP und die CHP.

Die Streitkräfte der Türkei setzen sich aus insgesamt 514 850 Soldaten zusammen (2004). Circa 30 000 Mann sind in der Republik Nordzypern, dem

Recep Tayyip Erdoğan
Recep Tayyip Erdoğan
von der Türkei kontrollierten Teil Zyperns, stationiert. Der Grundwehrdienst hat eine Dauer von 18 Monaten und ist für alle türkischen Männer Pflicht. Die Türkei ist Mitglied der Vereinten Nationen (UN) und des Nordatlantischen Verteidigungspaktes (NATO). Sie ist auch ein assoziierter Staat der Europäischen Union. "Turkei," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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