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Landwirtschaft, Industrie und Energie in der Türkei
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Seit 1950 erhöhte sich die landwirtschaftliche Produktion durch den vermehrten Einsatz von Maschinen, Düngemitteln und geeigneteren Pflanzensorten. Trotzdem ist die Produktivität vergleichsweise gering, da viele Bauern nach wie vor mit relativ unwirksamen Methoden arbeiten und die meisten Betriebe sehr klein sind. Etwa ein Drittel des Staatsgebiets wird als Ackerland genutzt, ein weiteres Drittel dient als Weideland. Aufgrund der Lage in unterschiedlichen Klimazonen können in der Türkei viele Anbaufrüchte kultiviert werden. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Getreide (vor allem Weizen, Gerste, Roggen und Mais), Zuckerrüben sowie Obst und Gemüse (u. a. Zwiebeln, Auberginen, Melonen, Tomaten, Trauben, Äpfel und Zitrusfrüchte). Weitere bedeutende Anbaufrüchte sind Nüsse, Kartoffeln, Baumwolle, Tabak und Oliven. Durch den Bau zahlreicher Stauanlagen konnte der Bewässerungsfeldbau weiter ausgedehnt werden. Auch die Viehwirtschaft ist von Bedeutung. Sie umfasst vor allem die Haltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Eseln, Büffeln und Hühnern.

Obgleich 13,1 Prozent der Gesamtfläche der Türkei bewaldet sind, ist die Holzindustrie relativ unbedeutend, da nur knapp ein Drittel der Waldfläche wirtschaftlichen Wert besitzt. Rund zwei Drittel des Holzeinschlages werden als Brennholz, der Rest (u. a. Walnussbäume, Zedern und Pappeln) als Nutzholz verwendet.

Der Fischfang wird verstärkt gefördert. Die Hauptfanggebiete sind das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Über die Hälfte des Fanges besteht im Allgemeinen aus Anchovis. Daneben werden u. a. noch Makrelen, Sardinen, Barben und Karpfen gefangen. Die Türkei verfügt über Vorkommen an Steinkohle, Braunkohle, Eisenerz und Chrom; das Land ist einer der bedeutendsten Chromerzförderer der Welt. Im Südosten wird Erdöl gefördert. Darüber hinaus gibt es kleinere Vorkommen an Blei-, Zink-, Kupfer- und Silbererz.

Führende Erzeugnisse der verarbeitenden Industrie sind Nahrungsmittel, Textilien, Eisen und Stahl, Erdöl, chemische Produkte, Fahrzeuge, Papier und Zigaretten. Die bedeutendsten Industriestandorte sind Istanbul, Ankara, Izmir und Bursa.

Die staatliche Eisenbahn der türkischen Republik verfügt über ein Schienennetz mit einer Länge von 8 697 Kilometern (2005). Das Straßennetz umfasst 426 906 Kilometer (2004). Die führenden Häfen der Türkei sind Istanbul und Izmir; weitere wichtige Hafenstädte sind Trabzon, Giresun, Samsun sowie Zonguldak am Schwarzen Meer und Iskenderun und Mersin im Süden. Die nationale Fluggesellschaft Turkish Airlines bietet Inlands- und Auslandsflüge an. Internationale Flughäfen befinden sich in Istanbul, Ankara, Adana, Antalya und Izmir.

Währungseinheit der Türkei ist die Türkische Lira, bestehend aus 100 Kuruş. Die Zentralbank der Republik Türkei (1930 gegründet) ist die Notenbank des Landes.

Gebäck türkischen
Gebäck türkischen. Bild E. Buchot
Daneben gibt es eine Reihe von Staatsbanken wie die Landwirtschaftsbank der Republik Türkei (1863 gegründet), die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unterstützen, sowie mehrere Geschäftsbanken. Die bedeutendste Börse der Türkei ist in Istanbul.
Türkische Teppiche

Die jährlichen Importkosten der Türkei sind im Allgemeinen höher als die Exporterlöse, die Handelsbilanz ist dementsprechend negativ. Importiert werden vorwiegend Erdöl, Maschinen, chemische und pharmazeutische Produkte, Düngemittel, Eisen und Stahl sowie Fahrzeuge. Hauptexportgüter sind Textilien, Obst und Gemüse, chemische Erzeugnisse, Metalle, Tabak und Weizen. Der Tourismus ist für die Türkei eine wichtige Devisenquelle. Die Haupthandelspartner des Landes sind Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Saudi-Arabien, Russland und die USA.

Im März 1995 stimmte die Europäische Union (EU) der Aufnahme der Türkei in die Zollunion zu (seit dem 1. Januar 1996 in Kraft getreten).

Türkische Teppiche . Bild E. Buchot

Allerdings ist bis jetzt dem Wunsch der Türkei, vollständig in die EU aufgenommen zu werden, nicht entsprochen worden. Ursache hierfür sind Differenzen zwischen der EU und der Türkei (z. B. Spannungen zwischen Türkei und Griechenland, Kurdenpolitik der Türkei, Einhaltung der Menschenrechte).

26,17 Prozent des Gesamtenergiebedarfs erzeugen Wasserkraftwerke (2003). Eine große Wasserkraftanlage befindet sich am Euphrat in der Nähe von Elâzığ. Rund 40 Prozent des Energiebedarfs erzeugen Wärmekraftwerke. Hier ist als zweiter großer Energieträger Erdöl zu nennen. Im April 1995 unterzeichneten Aserbaidschan und die Türkei ein Abkommen, das den türkischen Anteil in einem Projekt zur Erschließung der aserbaidschanischen Ölfelder auf 6,75 Prozent erhöhte. Schätzungen zufolge enthalten diese Ölfelder im Kaspischen Meer 3,8 Millionen Barrel Rohöl, das über eine Pipeline zu einem türkischen Mittelmeerhafen transportiert werden soll. "Turkei," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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