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Bildung und Kultur in Italien
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Der italienische Einfluss auf die europäische Bildung geht bis auf die frühen römischen Erzieher und Gelehrten zurück, von denen die herausragendsten Cicero, Quintilian und Seneca waren. Im Mittelalter galten die italienischen Universitäten als Modelle für andere Länder. Während der Renaissance unterrichteten italienische Gelehrte in fast ganz Europa geisteswissenschaftliche Fächer, besonders griechische Sprache und griechische Literatur. Dieser Einfluss hielt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts an. Nach einer wenig bedeutenden Phase im 18. und 19. Jahrhundert gewann das italienische Bildungswesen im 20. Jahrhundert wieder internationale Anerkennung, so auch Maria Montessoris neue Methoden der Kindererziehung.

Bildung und kultur

Das moderne Bildungswesen wurde 1859 durch die Verabschiedung eines Gesetzes begründet, das ein vollständiges Schulsystem von der Elementarstufe bis zur Universität vorsah. Es wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts stetig verbessert. 1923 setzte sich der Philosoph Giovanni Gentile, der unter Benito Mussolini Unterrichtsminister war, für eine völlige Kontrolle des Staates über das Bildungswesen ein. Dies wurde durch die Schulsatzung von 1939 bekräftigt. Nach dem Ende des Faschismus 1944 wurde das Schulsystem jedoch nach demokratischen Richtlinien umorganisiert. Die Verfassung von 1947 und spätere Gesetze hatten einen Anstieg des allgemeinen Bildungsniveaus zur Folge und ermutigten Experimente wie beispielsweise Erwachsenenbildung über das Fernsehen (telescuola).

Für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren stehen Kindergärten zur Verfügung. Die Dauer der Schulpflicht beträgt 9 Jahre (2001–2002); in dieser Zeit ist der Schulbesuch gebührenfrei.
Kunst, Musik und Literatur

Innerhalb dieses Abschnitts sind fünf Schuljahre in der Elementarstufe und drei Jahre Sekundarstufe vorgesehen. Letztere absolviert man in einer allgemeinen Sekundarschule. Im Anschluss daran bieten weiterführende Schulen der fortgeschrittenen Sekundarstufe eine berufsspezifische Ausbildung oder eine Vorbereitung auf die Universität an. Die Zugangsberechtigung zur Universität kann in Schulen verschiedener Ausrichtung erworben werden, in klassischen, wissenschaftlichen, pädagogischen, technischen oder Wirtschaftsschulen. Auch Kunstakademien und Musikkonservatorien können besucht werden; berufsspezifische Ausbildungsgänge schließen auch die Bereiche Industrie und Landwirtschaft ein.

Von der Antike bis zur heutigen Zeit spielten die italienische Kunst und Architektur sowie die italienische Literatur international eine zentrale Rolle. Auch die italienische Musik war stil- und gattungsbildend, vor allem im Bereich der Oper, die im Italien des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. In Italien gibt es aufgrund der natürlichen geographischen Grenzen und des ungleichen kulturellen Erbes, das in den Kulturen der Griechen, Etrusker, Araber, Normannen und Langobarden wurzelt, auf kulturellem Gebiet bedeutende regionale Unterschiede. Diese Vielfalt spiegelt sich in den unterschiedlichen Dialekten, Feiertagen, Festen, Liedern und in der regionalen Küche wider. Bedeutende italienischen Maler sind Giotto, Fra Angelico, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian und Amedeo Modigliani, herausragende

Kultur in Italien
Komponisten Antonio Vivaldi, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini, Gioacchino Rossini und Giuseppe Verdi. Die Biennale, ein internationales Filmfestival in Venedig, ist weltbekannt.
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